Einkommenssituation im Alter

Neue Studie zum frei verfügbaren Einkommen älterer Menschen in der Schweiz

Wie schlagen sich die steigenden Kosten für Betreuung und Pflege im Portemonnaie der Rentnerinnen und Rentner nieder? Die Paul Schiller Stiftung und acht gemeinnützig tätige Förderstiftungen bringen hierzu Licht ins Dunkel.

Eine von den Stiftungen initiierte und finanzierte Studie der Fachhochschule Nordwestschweiz, die heute in Bern veröffentlicht wurde, zeigt, dass die selbstgetragenen Betreuungs- und Pflegekosten vor allem den Mittelstand teuer zu stehen kommen. Je nach Wohnort bestehen zudem frappierende Unterschiede beim frei verfügbaren Einkommen. Erstmals werden die Kosten für Betreuung und Pflege auf individueller Ebene präsentiert. Dieser Blick ist wichtig, da ältere Menschen den grössten Anteil der Kosten selber tragen.

Die Sicht der Paul Schiller Stiftung

Mit ihrem langfristigen Engagement will die Paul Schiller Stiftung die Betreuung und ihre Qualität im Alter zum Thema machen und die Debatte stärken – in Fachkreisen, in Politik, Verwaltung und in der Öffentlichkeit. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass massive Unterschiede bei der finanziellen Situation der Rentnerinnen und Rentnern je nach Wohnkanton zum frei verfügbaren Einkommen bestehen. Die selbstgetragenen Betreuungs- und Pflegekosten bei sich zu Hause oder einer Institution kommen vor allem dem Mittelstand teuer zu stehen.

Wir haben in der Schweiz ein System der sozialen Sicherheit, das heute nur wenige durch die Maschen fallen lässt. Die Betreuungskosten für den Verbleib in der eigenen Wohnung oder in einem institutionellen Kontext müssen jedoch in den Fokus kommen. Dazu gehören auch die Fragen des Zugangs zur Betreuung und der Qualität der Leistungen.

Mit der nun vorliegenden, gemeinsam von neun Stiftungen getragenen Studie – ein Novum in der Stiftungslandschaft – unterfüttern die beteiligten Förderstiftungen den Diskurs zum gesellschaftlichen Wandel mit neuen Daten. Studienleiter war Prof. Dr. Carlo Knöpfel. Die Stiftungen haben sich unter dem Dach von SwissFoundations zusammengefunden und die Studie «Einkommenssituationen im Alter in der Schweiz» dem Institut Sozialplanung, Organisationaler Wandel und Stadtentwicklung der Fachhochschule Nordwestschweiz, in Auftrag gegeben. Das vieldiskutierte Thema der Betreuung und Pflege beim Älterwerden wird dabei aus der Sicht des individuellen Haushalts betrachtet, ein Blickwinkel, der in der allgemeinen Diskussion selten eingenommen wird. Die Studie soll einen Beitrag leisten zur notwendigen gesellschaftlichen Diskussion über die Weiterentwicklung unserer Sozialversicherungen.

Unterstützt durch SwissFoundations sind die folgenden Förderstiftungen beteiligt: Age-Stiftung, Beisheim-Stiftung, Emma Schaub Stiftung, Ernst Göhner Stiftung, Fondation Leenaards, Migros-Kulturprozent, Paul Schiller Stiftung, Schweizerische Gemeinnützige Gesellschaft und Walder Stiftung.