Live-Talk
Live-Talk zur wirkungsvollen Umsetzung der neuen Betreuungspauschale im ELG
Bis am 1. Januar 2028 müssen die Kantone die vom Bund beschlossene Pauschale für EL-Beziehende mit Betreuungsbedarf umsetzen. Was können die Kantone und die weiteren Akteure im Altersbereich tun, damit die Umsetzung so gelingt, dass die Ziele erreicht werden: die Selbstbestimmung der älteren Menschen stärken und Heimeintritte verzögern oder verhindern. Der Live-Talk vom 17. März 2026 lieferte Gedankenanstösse und praktische Informationen.
Seit gut einem Jahr finanziert der Kanton Zürich psychosoziale Betreuungsleistungen über die Ergänzungsleistungen. «Es ist ein Aufwand, aber es lohnt sich. Viele ältere Menschen sind dankbar um die Unterstützung, und es konnten Heimeintritte verhindert werden. Gerade die Altersfachstellen der Gemeinden spielen eine wichtige Rolle bei der Information über die neue Finanzierungsmöglichkeit und bei der Abklärung», fasst Brigitte Köppel, die zuständige Abteilungsleiterin Sozialversicherungen im Kantonalen Sozialamt Zürich das Fazit aus den ersten Rückmeldungen zusammen.
«Die Stärkung der Selbstbestimmung ist das Leitmotiv der Vision der SODK – sowohl für ältere Menschen als auch für Menschen mit Behinderungen. Eine strategische Umsetzung der Änderung des EL-Gesetzes hat grosses Potenzial, diese Vision zumindest zu einem Teil umzusetzen und Heimeintritte wirkungsvoll zu verzögern. Wir hoffen natürlich, dass viele Kantone in diese Richtung weiterdenken», betont Remo Dörig, stellvertretender Generalsekretär der Konferenz der kantonalen Sozialdirektorinnen und Sozialdirektoren SODK, die Bedeutung der Finanzierung psychosozialer Betreuungsleistungen.
«Relevant ist, dass die Erfahrung der Leistungserbringer politisch genutzt wird. Als Allianz unterschiedlicher Organisationen können wir viel Praxiserfahrung einbringen, bei Fragen, wie eine gute Abklärung oder funktionierende Angebote aufgebaut werden, wie die älteren Menschen erreicht oder wie der Leistungsbezug begleitet werden kann. Wir sind gerne bereit uns konzeptionell einzubringen und in der Umsetzung Verantwortung zu tragen», so Udo Michel, Mitglied der Berner Allianz für gute Betreuung und Vorstandsmitglied des Entlastungsdiensts Schweiz. «Die Änderung des ELG ist ein wirtschaftlich kluges Investment, das die Lebensqualität der älteren Menschen erhöht, Angehörige entlastet und Kosteneinsparungen ermöglicht.»
Im Live-Talk erläutern Prof. Dr. Carlo Knöpfel (FHNW) und Miriam Wetter, Politologin und mandatierte Stabstelle der Paul Schiller Stiftung, den Diskussionsbeitrag der Paul Schiller Stiftung «Eckwerte für eine wirkungsvolle Umsetzung des Bundesbeschlusses ELG-Änderung zur Finanzierung von Hilfe und Betreuung zu Hause» und zeigen auf, wie die Kantone eine gute Umsetzung angehen können. Zudem liefern Vertreter:innen aus der Praxis Inspirationen, wie Altersorganisationen, Leistungserbringende, Seniorenvertretungen und andere Akteurinnen und Akteure die kantonale Umsetzung unterstützen können.
Unterlagen zum Herunterladen
- Präsentation des Live-Talks
- Diskussionsbeitrag der Paul Schiller Stiftung (PDF Deutsch): Eckwerte für eine wirkungsvolle Umsetzung des Bundesbeschlusses ELG-Änderung zur Finanzierung von Hilfe und Betreuung zu Hause
- Contribution au débat (PDF français): Points clés pour une mise en œuvre efficace de l’arrêté fédéral modifiant la LPC concernant le financement de l’aide et de l’assistance à domicile