Rückblick Forum

Betreuung im Alter wirkungsvoll umsetzen – im Rahmen der neuen Finanzierung über Ergänzungsleistungen und darüber hinaus

Rund 140 Altersverantwortliche und weitere Interessierte aus der ganzen Schweiz haben am 17. Juni 2026 in Bern die Frage vertieft, wie psychosoziale Betreuung im Alter wirkungsvoll umgesetzt werden kann. Die Diskussionen machten deutlich: Teil einer Gemeinschaft zu sein, sich einbringen zu können, einen sinnstiftenden Alltag zu haben, Interessen und Hobbies nachzugehen, ist kein «Bonus», sondern gehört zum Kern eines guten Lebens – auch im Alter. Die anstehende kantonale Umsetzung der ELG-Betreuungspauschale bietet die Chance, dieses präventive Potenzial der Betreuung mehr Menschen zugänglich zu machen.

Die Teilnehmenden konnten zahlreiche Argumente und Anregungen mit nach Hause nehmen dank Inputs und Referaten von Ständerätin Flavia Wasserfallen, Alt-Regierungsrätin und Seniorenrat-Co-Präsidentin Esther Waeber Kalbermatten, Prof. Délphine Roulet Schwab und Prof. Dr. Martin Hafen.

Darüber hinaus inspirierten konkrete Einblicke in Praxisbeispiele aus den Gemeinden Cham, Vernier, Biel, Zürich, Bern, Lausanne, Wetzikon, Uster. Und es wurden Erfahrungen diskutiert aus den Kantonen Jura und Appenzell Innerrhoden sowie aus Projekten zur Stärkung des Ausbildungsgangs «Fachperson Betreuung Menschen im Alter» sowie zur Ausweitung der Femmes-Tische/Männer-Tische auf Gesprächsrunden für Menschen ab 55 Jahren. Dieses Wissen gilt es nun weiterhin zu teilen, zu diskutieren und gemeinsam weiterzuentwickeln.

Miriam Wetter, mandatierte Stabsstelle der Paul Schiller Stiftung für deren Programm «Gute Betreuung im Alter», hat in ihrem Rückblick auf die gesamte Veranstaltung sechs Erkenntnisse auf den Punkt gebracht:

  • Betreuung, die wirkt, ist mehr als ein Notfallknopf und Mikrowellen-Mahlzeiten. Wir tun gut daran, das «insbesondere» im ELG ernst zu nehmen.
  • Das Beziehen der Leistungen ist ein Challenge. Den Boden dafür legt bereits die Art und Weise der Abklärung. Und: Begleitung beim Leistungsbezug hat nachweislich eine positive Wirkung.
  • Eine Pauschale als Innovation im Rahmen der EL. Denken wir auch die Umsetzung innovativ: Erkennen wir, dass wir in Beratung und Begleitung statt in Kontrolle investieren.
  • Föderalismus in Ehren. Aber eine vernetzte, aufeinander abgestimmte Umsetzung wäre mehr als sinnvoll.
  • Raus aus den Büros. Erfolgreiche Betreuung findet oft niederschwellig und aufsuchend statt: vor Ort, mobil, vernetzt, klare Anlaufstelle (eine Telefonnummer). Wunderbar, welche Angebote es schon gibt.
  • Und wer macht dann Betreuung? Verlieren wir neben Finanzierungs- und Verfahrensfragen nicht das Leistungsangebot aus den Augen. Innovation, Vernetzung und Qualität ist gefragt.

Alle Präsentationen der Referierenden sowie der fünf Impulsrunden finden Sie hier

Hauptpräsentation mit:

  • Tour d’Horizon der Alterspolitik von Miriam Wetter, Stabsstelle Gute Betreuung im Alter, Paul Schiller Stiftung
  • Grundlagenreferat «Wie psychosoziale Betreuung den Alltag entscheidend verbessert» von Prof. Delphine Roulet Schwab, Professorin an der Haute Ecole de la Santé La Source (HES-SO) und Präsidentin von GERONTOLOGIE CH
  • Grundlagenreferat «Betreuung lohnt sich für das Individuum, die Gesellschaft und die Politik» von Prof. Dr. Martin Hafen, Soziologe und ehemaliger Dozent an der Hochschule Luzern.

Impulsrunde A – Erreichbarkeit und Zugang

  • Input von Jill Aeschlimann, Altersverantwortliche Biel
  • Input von Juliette Fioretta, Déléguée aux Seniors, Vernier
  • Moderation: Franziska Ehrler, Schweizerischer Städteverband

Impulsrunde B – Abklärung und Entscheid über Betreuungsbedarf

  • Input von Prof. Dr. Carlo Knöpfel, FHNW und Autor des Abklärungsinstrumentes
  • Input von Silvia Kölliker, Leiterin Fachstelle Alter Uster ZH
  • Moderation: Simona Cueni, Paul Schiller Stiftung

Impusrunde C – Angebotsentwicklung: Ausbau psychosozialer Betreuung

  • Input von Andrea Herger, Projektleiterin Gesundheits- und Sozialdepartement Kanton Appenzell-Innerrhoden
  • Input von Salome Rupp, OdA Sozialberufe Zürich, Projektleiterin Stärkung FaBe
  • Input von Isabel Uehlinger, FemmesTische 55+ Fokus Alter, Schweiz. Rotes Kreuz
  • Moderation: Sibylle Bitterli, GERONTOLOGIE CH

Impusrunde D – Erfahrungen mit Modellen der Betreuungsfinanzierung

  • Input von Brigitte Mandlbauer, Fachstelle Zürich im Alter der Stadt Zürich
  • François Dubois, Pro Senectute Arc jurassien
  • Moderation: Rahel Habegger, Pro Senectute Schweiz

Impulsrunde E – Das Zusammenwirken von Sozialversicherungs- und Altersstellen

  • Input von Tobias Rametta, Leiter Sozialversicherungen, und Brigitte Selm, Altersverantwortliche Wetzikon
  • Input von Melanie König, Alter Stadt Bern, AHV-Zweigstelle, und Anna Hirsbrunner, Pro Senectute Kanton Bern, Bereich Gesundheitsförderung
  • Moderation: Simone Stirnimann, GERONTOLOGIE CH

Auf den Punkt gebracht

  • (Zwischen-)Fazit von Miriam Wetter, Stabsstelle Gute Betreuung im Alter, Paul Schiller Stiftung

Das Forum für Altersverantwortliche 2026 hat die Paul Schiller Stiftung zusammen mit dem Schweizerischen Städteverband, dem Schweizerischen Gemeindeverband, mit Pro Senectute Schweiz und GERONTOLOGIE CH organisiert.