Bistro-Pavillon HOCH3 – Ein Begegnungsort im Herzen von Zürich Witikon

Am 9. März nahm der Bistro-Pavillon HOCH3 den Betrieb auf, am 4. Mai wird er eingeweiht. Der neue Begegnungsort im Zürcher Quartier Witikon leistet einen wichtigen Beitrag zur gesellschaftlichen Teilhabe und sozialen lntegration.

Hans-Peter Burkhard, Präsident der Kirchenpflege Zürich Witikon, erzählt:

Zwei Wochen nach der Eröffnung von HOCH3 können wir erfreut feststellen: Der neue Pavillon gefällt, die Atmosphäre stimmt, die Gäste kommen und fühlen sich wohl und die Betriebskosten werden durch die Erträge gedeckt. Namhafte Spenden von Privatpersonen aus dem Quartier, eine Gruppe von 37 freiwilligen (Zeit spendenden) Gastgeberinnen und Gastgebern sowie ein motiviertes Team der reformierten Kirchgemeinde Zürich Witikon mit Marco Looser als Projektleiter und Minja Kandic als Gastwirt machen es möglich.

«Der Bistro-Pavillon HOCH3 soll für Menschen im dritten und vierten Lebensalter und ihre (betreuenden) Angehörigen sowie für Familien Begegnung und Gemeinschaft fördern, zu selbstorganisiertem Handeln anregen, lnformationen sowie Hilfestellung in lebenspraktischen und gesundheitlichen Fragen vermitteln und spirituelle Anregung bieten.»
Hans-Peter Burkhard, Präsident der Kirchenpflege Zürich Witikon

Die Idee

Am Anfang des Projektes stand die Tatsache, dass Menschen heute älter werden, länger leben, länger in der eigenen Wohnung bleiben und erst dann in eine Alters- und Pflegeeinrichtung eintreten, wenn sie durch gesundheitliche Beeinträchtigungen dazu gezwungen sind. So können sie autonomer leben als in einer lnstitution. Zudem sind die individuellen und die gesellschaftlichen Kosten tiefer. Allerdings nehmen gesellschaftliche Teilhabe und soziale lntegration ab und der Unterstützungsbedarf steigt. Für Witikon ist das besonders relevant, denn das Zürcher Quartier hat stadtweit den höchsten Anteil an Menschen im Alter von über 65 Jahren. Dazu kommt, dass in letzter Zeit praktisch alle Restaurants geschlossen wurden.

Die – von der Paul Schiller Stiftung mitfinanzierten – konzeptionellen Grundlagenarbeiten haben gezeigt, dass im urbanen Kontext für ältere Menschen heute schon viel Unterstützung angeboten wird. Allerdings erfolgt das nur sektoriell und auf einer institutionen- bzw. fallbezogenen Ebene. Für die Pflege und Förderung einer «nachbarschaftlichen Sorgekultur» und den Zugang zum gesellschaftlichen Leben fühlt sich keine der lnstitutionen verantwortlich. Gesellschaftliche Teilhabe und soziale lntegration entstehen aber nicht von selbst. Sie brauchen eine gelebte Nachbarschaft und (als Gravitationszentren) geeignete Begegnungsorte. Das gilt nicht nur für ältere Menschen, sondern auch für Familien, deren Anteil an der Quartierbevölkerung in Witikon ebenfalls über dem städtischen Durchschnitt liegt.

Für diese beiden Zielgruppen mit sowohl eigenen als auch generationenübergreifenden Herausforderungen hat die reformierte Kirchgemeinde mit dem Bistro-Pavillon HOCH3 im Zentrum des Quartiers einen solchen Begegnungsort als Beitrag zu einer urbanen «Caring Community» geschaffen. Er soll für Menschen im dritten und vierten Lebensalter und ihre (betreuenden) Angehörigen sowie für Familien Begegnung und Gemeinschaft fördern, zu selbstorganisiertem Handeln anregen, lnformationen sowie Hilfestellung in lebenspraktischen und gesundheitlichen Fragen vermitteln und spirituelle Anregung bieten.

Wo stehen wir heute?

Mit dem Abschluss der Bauarbeiten und der Betriebsaufnahme liegt ein grosses Wegstück hinter uns. Das Ziel, mit dem Begegnungsort die Lebensqualität betagter Menschen und junger Familien zu fördern, bleibt eine grosse Herausforderung:

  • Die Treffpunkt-Funktion mit einem Bistro-Betrieb, welcher ein Verweilen ohne grossen Konsumdruck ermöglicht, ist gut gestartet. Als Gäste kommen sowohl Einzelpersonen und Paare als auch kleinere Gruppen, die im HOCH3 abgemacht haben. Ältere und jüngere Menschen halten sich die Waage. Rasch und gut angenommen wurde HOCH3 von Müttern mit kleinen Kindern, die sich im Bistro treffen. Der Frauenverein hat seine wöchentlichen Treffen ins HOCH3 verlegt. Über das offene Ohr der Gastgeberinnen und Gastgeber und die «beziehungsanregende Wirkung» des Treffpunkts können wir noch nichts aussagen.
  • Noch am Anfang stehen wir bei der Informations-Funktion für ältere Menschen. Sie ist angedacht und wird schrittweise auf- und ausgebaut, sobald wir den Bistrobetrieb im Griff haben. Dabei können wir an eine Pilotreihe anknüpfen, die wir in den bestehenden Räumen getestet haben: Informationen und Gespräche für (betreuende) Angehörige. Dieses Thema werden wir weiterführen und nächste Schwerpunkte konkretisieren.
  • Für die Austausch-Funktion schliesslich soll die Auseinandersetzung mit Themen des Älterwerdens lanciert werden, zu denen im Begegnungsort Austausch-, Gesprächs- und Engagementmöglichkeiten geschaffen werden.