Der Praxisfundus greift Themen aus dem Betreuungsalltag auf und stellt Bezüge zur Fachdiskussion rund um gute Betreuung im Alter her. Der Fundus wird laufend mit neuen Beispielen ergänzt.

«Wir wollen den Menschen Lebensfreude und Selbstachtung schenken»

Am äussersten Rand des Kantons Bern verändert sich im Kleinen, wie Menschen umsorgt werden. In der Spitex Oberes Langetental arbeitet eine Sozialpädagogin – und auch sonst setzt die Leiterin Franziska Ryser viel daran, das Thema Betreuung im Pflegealltag stärker zu verankern.

«Das Herz vergisst nicht»

Ein paar Autominuten ausserhalb von Fribourg, quasi auf der grünen Wiese, befindet sich «Die Familie im Garten». Eine Tagesstätte für Menschen mit Gedächtnisstörungen. Wenn der Kopf nicht mehr so tut, wie er soll, wird die individuelle Betreuung umso wichtiger.

«Das nahende Ende entlastet auch»

Das Hospiz St. Gallen gibt dem Tod einen Platz im Leben. Das junge Team versucht, mit Respekt und Demut Betreuungsarbeit zu leisten. Ebenso wichtig ist ihnen, das Sterben zu enttabuisieren. Denn mit dem Eintritt in ein Hospiz geht das Leben in all seinen Facetten weiter.

«Wir passen uns dem Alltag und den Wünschen unserer Bewohnenden an – nicht umgekehrt»

Wie sieht der Abschied aus den eigenen vier Wänden aus – ein Abschied für immer? Wenn betagte Menschen ihr Zuhause verlassen, ist dies für alle Beteiligten ein anspruchsvoller Schritt. Das Kompetenzzentrum für Lebensqualität Schönbühl in Schaffhausen gestaltet diesen Schritt mit Empathie und der nötigen Prise Gleichmut, so dass für die Ankommenden neuer Alltag entstehen kann.

«Wir sind bei den Leuten – wie eine gute Nachbarin oder ein guter Nachbar»

Älter werden bedeutet oft, dass sich der eigene Radius verkleinert. Umso wichtiger wird die nähere Umgebung. Der Verein Vicino Luzern ermöglicht Betreuung durch den gezielten Einbezug der Nachbarschaft. Im Stadtteil Littau wurde aus einer ehemaligen Apotheke ein beliebter Ort, wo sich ältere Menschen treffen und beraten lassen können.

«Mein Leben ist normal, reduziert normal»

Ursula Jarvis sagt dies ohne Groll. Sie und ihr Mann Andres Müller müssen sich und der Welt nichts vormachen – sie sind mit dem Leben soweit im Reinen. Trotzdem ist die Betreuung ihres Mannes zu Hause auch für eine gelernte Pflegefachkraft wie Jarvis eine Herausforderung. Und beide sind sich einig, dass es dringend politische Lösungen für die Angehörigenbetreuung in der Schweiz braucht.

Wohnen mit Betreuung nach Bedarf

Die Spitex Oberes Langetental beschreitet einen ungewöhnlichen Weg: An ihrem Stützpunkt in Huttwil bietet sie Kundinnen und Kunden die Möglichkeit, ein paar Nächte ausserhalb der eigenen vier Wände zu verbringen, mit Betreuung und Pflege nach Bedarf. Dies kommt auch den Angehörigen zu Gute.

Bistro-Pavillon HOCH3 – Ein Begegnungsort im Herzen von Zürich Witikon

Am 9. März nahm der Bistro-Pavillon HOCH3 den Betrieb auf, am 4. Mai wird er eingeweiht. Der neue Begegnungsort im Zürcher Quartier Witikon leistet einen wichtigen Beitrag zur gesellschaftlichen Teilhabe und sozialen lntegration.

Eine App für das selbstständige Leben im Quartier

Der Verein Vicino Luzern baut ein Unterstützungssystem auf, das älteren Menschen im Luzerner Neustadtquartier hilft, möglichst lang, möglichst sicher und möglichst selbstbestimmt im vertrauten Wohnumfeld zu leben. Zusammen mit Vicino entwickelt das iHomeLab, das Forschungszentrum für Gebäudeintelligenz der Hochschule Luzern – Technik & Architektur, im Projekt CABInet dazu eine App, die das Auffinden von Informationen und Hilfsangeboten im Quartier erleichtert.

Fachperson Betreuung – gut geschult für die Betreuung im Alter

Die Ausbildung Fachpersonen Betreuung (FaBe) befähigt, gute Betreuung im Alltag von Institutionen sicherzustellen und psychosoziale Aspekte der Betreuung wahrzunehmen. Sie bringen Kompetenzen in der Grund- und Behandlungspflege mit, die jenen der Fachpersonen Gesundheit (FaGe) sehr ähnlich sind. Trotzdem bilden immer mehr Altersheime überwiegend oder ausschliesslich FaGe aus.

Aktiv bleiben – auch wer alt und eingeschränkt ist

Die bestmögliche Lebensqualität für all jene Menschen schaffen, die in Institutionen leben und dort begleitet, betreut und gepflegt werden. Das ist das Ziel der Integrativen Aktivierenden Alltagsgestaltung (IAA). Das Konzept sieht Aktivierungsangebote nicht als das Besondere, sondern als gemeinsam gelebter Alltag. Ein Input von Aktivierungsfachfrau Elvira Tschan zu Chancen bei der Aktivierung und Alltagsgestaltung in der Geriatrie und Psychogeriatrie.

Eigenwillig und einzigartig, nicht krank und ausgeliefert

Immer mehr Altersheime anerkennen den Wert einer guten Betreuung als Ergänzung zur Pflege. Doch wie wird das im Alltag gelebt und umgesetzt? Was bringt betagten Menschen nach einem langen Leben in Selbständigkeit und Eigenverantwortung den grössten Gewinn? Theo Deutschmann, Geschäftsführer des Kompetenzzentrums für Lebensqualität in Schaffhausen, zum Perspektivenwechsel, der damit verbunden ist.